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Was ist Equine Cushing beim Pferd und welche Behandlung kann helfen? – Eine Hormonerkrankung beim Pferd

Worum handelt es sich bei der Diagnose Cushing beim Pferd eigentlich? Cushing steht für das Equine Cushing Syndrom (ECS, PPID), es handelt sich beim Cushing um eine unheilbare Stoffwechselerkrankung, die sowohl ältere Pferde als auch ältere Ponys betrifft.

Der Großteil der erkrankten Tiere von Cushing hat bereits das 15. Lebensjahr erreicht. Laut Ergebnissen sind allein in Deutschland ca. 50.000 Pferde von der hormonellen Erkrankung betroffen.

Worum handelt es sich bei Equines Cushing eigentlich und welche Therapiemaßnahmen können helfen und stehen bei dieser Hormonerkrankung zur Verfügung? Worauf sollten Sie bei der Ernährung beim Cushing achten und welche Supplementierung kommt bei Equines Cushing infrage?

Diesen und anderen Fragen wollen wir uns in diesem Artikel genauer zuwenden. Auch zusätzliche Informationen erhalten Sie in diesem Artikel.

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Worum handelt es sich beim Cushing eigentlich (PPID)?

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Damit Sie die Erkrankung Cushing besser nachvollziehen können, müssen wir uns bei diesem Artikel die Bildung der Hormone genauer anschauen. Für diese Aufgabe ist nämlich die Hirnanhangdrüse (der Fachbegriff dazu lautet Hypophyse) verantwortlich.

Diese Hormone werden in der Hirnanhangdrüse gebildet und gelangen in den Blutkreislauf und damit in den Körper von Pferden. Auf diese Weise werden sämtliche Prozesse im Körper der Pferde in die Wege geleitet.

Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und Dopamin

Schauen wir uns mal die Hirnanhangdrüse genauer an: Wie oben erwähnt ist die Hirnanhangdrüse für die Hormonproduktion im Pferdekörper zuständig. Bei ESC erkrankten Pferden ist die Produktion des Botenstoffes Dopamin sehr gering.

Der Botenstoff Dopamin hat eine wesentliche Kontrollfunktion auf den mittleren Teil der Hirnanhangdrüse. Durch den Dopaminmangel entsteht bei ECS-Pferden ein gutartiges Adenom (Tumor). Das sorgt wiederum für eine Überproduktion von ACTH, Kortisol und weiteren Hormonen.

Überproduktion von Hormonen

Bei dem Equinem Cushing Syndrom der Pferde werden zu viele spezielle Hormone in der produziert. Das kann beispielsweise das Stressvorläuferhormon ACTH betreffen, was mit einer erhöhten Ausschüttung von Kortisol einhergeht. Für die Ausschüttung von Kortisol sind die Nebennieren verantwortlich. Bei Kortisol wiederum handelt es sich um ein Stresshormon, welches vom Körper selber produziert wird.

Je höher der Anteil von ACTH desto höher ist auch die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol. Die Ausschüttung von ACTH wiederum wird durch das Hormon Dopamin reguliert. In der Konsequenz gerät die Regelung von ACTH aus dem Gleichgewicht und zahlreiche Symptome sind die Folge. In diesem Artikel wollen wir uns kurz dem Kortisol und dem mit Kortisol verbundenen Stress zuwenden.

Kortisolausschüttung durch Stress

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Kortisol ist ein Stresshormon und zeigt sich demnach bei Pferden durch Stress. Stress wiederum lässt sich bei Pferden anhand verschiedener Merkmale erkennen. Der Tierarzt oder aber auch Pferdehalter, die genügend Erfahrung aufweisen, können Stress leicht identifizieren.

Stress äußerst sich meist durch eine spezielle Haltung und auch die Mimik gibt Auskunft darüber, ob das Tier unter Stress leidet. Stress macht sich insbesondere durch eine vermehrte Ausschüttung des Hormons, welches für Stress verantwortlich ist – Kortisol, bemerkbar.

Equine Cushing – die Symptome (PPID)

Beim Equine Cushing Syndrom (ECS, PPID) kann es zu den unterschiedlichsten Symptomen kommen. Diese Erscheinungen können auch in unterschiedlicher Kombination auftauchen. Die wichtigsten Symptome beim ECS bei Pferden sollen in diesem Artikel kurz vorgestellt werden:

  • Fettumverteilung
  • Abmagerung
  • Hirsutismus
  • Hufrehe

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Fettumverteilung

Bei dem Symptom der Fettumverteilung – bei dieser Erkrankung entstehen über den Augen Fettpolster. Auch Kruppen- und Kammfett zählen zu diesen Fettpolstern. Die Entstehung dieser Fettpolster geht auf den Fettstoffwechsel zurück, der bei dem ECS von Pferden einer Veränderung unterworfen ist.

Abmagerung

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Der veränderte Eiweißstoffwechsel beim Cushing führt zu einem höheren Muskelabbau und verursacht beim Pferd gleichzeitig eine Abmagerung. Pferde, die am ECS leiden, magern insgesamt ab. Allerdings macht sich diese Abmagerung beim Cushing beim Ross besonders an der Rückenmuskulatur bemerkbar. Beim Cushing im Endstadium ist der Senkrücken ein typisches Erscheinungsbild.

Hirsutismus

Der Hirsutismus bezeichnet bei dieser Krankheit langes, lockiges Fell. Begleitet wird dieses Symptom beim Cushing Syndrom der Krankheit durch einen unvollständigen bzw. verzögerten Fellwechsel. Der Hirsutismus ist bei dieser Krankheit nicht auf einzelne Körperregionen begrenzt. Er kann sich zwar auf einzelne Komponenten konzentrieren, aber sich bei dieser Krankheit auch auf den gesamten Körper
verteilen.

Vom äußeren Erscheinungsbild her zeichnet sich dieses Symptom bei Pferden mit dem Cushing Syndrom durch langes/lockiges Fell aus. Dieses ist nicht immer gleichmäßig auf den Körper verteilt, sondern es kommt auch zu vereinzelten Fellbüscheln. Die Fellbüschel der Pferde beinhalten teilweise einen übermäßigen Behang. Gerade dieses Merkmal kommt vermehrt an den Gliedmaßen der Pferde vor.

Übermäßiges Schwitzen

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Neben diesem Symptom sind Pferde mit ECS auch von übermäßigen Schwitzen betroffen, das selbst dann vorherrschend ist, wenn die Pferde sich nicht bewegen. Das übermäßige Fell der Pferde fördert dieses Symptom noch zusätzlich.

Hufrehe-Erkrankung

Die Hufrehe gehört bei ECS zu den häufigsten Symptomen bei Pferden. Vom Verhalten her zeigt sich die Krankheit vorrangig durch Lahmheit der Pferde, die in den verschiedensten Schweregraden auftreten kann.

Diese Schmerzen, die bei Hufrehe bei Pferden auftreten, sind bezeichnend, was sich durch die verschiedensten Haltungsformen bei Pferden äußert. Diese verschiedenen Haltungen bei Pferden rühren daher, dass die Pferde schmerzende Gliedmaßen nicht übermäßig belasten möchten.

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ECS (PPID) – die Diagnose

Was ist notwendig für die Diagnose? Dieser Frage wollen wir uns in diesem Abschnitt von dem Artikel zuwenden. Bereits der Hirsutismus gilt als eindeutiges Symptom der Pferde und kann ein deutliches Indiz für Cushing sein.

Da ein langes, lockiges Fell in Zusammenhang mit einem verzögerten bzw. unvollständigen Fellwechsel typische Symptome bei ECS sind, kann alleine aufgrund dieses Erscheinungsbildes der Pferde schon von dem Cushing Syndrom ausgegangen werden.

Blutuntersuchung

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Auch wenn diese Symptome den Verdacht auf PPID bereits erhärten, sollte der endgültige Beweis für das Cushing Syndrom durch eine Blutuntersuchung erfolgen. Die Blutuntersuchung kann Ihnen wiederum wichtige Hinweise geben, welche Therapiemöglichkeiten im Anschluss infrage kommen. Um die Diagnose stellen zu können, wird der ACTH-Wert im Blutserum genauer analysiert.

Bei der Analyse werden vom Tierarzt auch die jahreszeitlichen Schwankungen beachtet, denn der ACTH-Wert ist jahreszeitlich auch bei gesunden Pferden Schwankungen unterworfen, denn der Wert schwankt grundsätzlich im Frühsommer und Spätherbst. Auch tageszeitlich sind Schwankungen bei der Bestimmung des ACTH-Werts möglich, weshalb der Tierarzt den Wert immer zur selben Jahreszeit und auch zur selben Tageszeit bestimmen wird.

Zeitnahe Laborübermittlung

Weiterhin muss bei der Blutentnahme darauf geachtet werden, dass das Serum möglichst zeitnah an das Labor übermittelt werden, denn ACTH erweist sich sehr instabil. Wird eine zu lange Wartezeit in Kauf genommen, kann es zu niedrigeren Werten im Serum kommen, als tatsächlich vorliegen.

Zeigt die Blutuntersuchung einen ACTH-Wert von mehr als 50pg/ml ist dieser bereits ein kritischer Bereich für das Cushing. Werte, die 100 sogar übersteigen, sind ein eindeutiger Beweis für das Equine Cushing Syndrom.

ECS (PPID) – Therapiemöglichkeiten der Symptome

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Im folgenden Verlauf von dem Artikel soll näher auf die Therapiemöglichkeiten bei erfolgter Diagnose eingegangen werden. ECS ist nicht heilbar, weshalb auf eine palliative Behandlung gesetzt wird.

Diese palliative Behandlung hat zum Ziel, die Symptome beim Cushing Syndrom zu behandeln. Eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und passender Ernährung soll die Lebensqualität der Pferde sicherstellen.

Zugelassene Medikation – Wirkstoff: Pergolid

Das einzige zugelassene Medikament für diese Erkrankung trägt den Wirkstoff Pergolid. Dieser Wirkstoff ersetzt Dopamin, welches bei dem Cushing Syndrom beim Pferd nicht vorhanden ist. Dieser bewirkt zudem, dass die ACTH-Ausschüttung wieder sichergestellt und sich der Wert im günstigsten Fall wieder im Normalbereich ansiedelt.

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Mikronährstoffe und bioaktive Substanzen

Aufgrund des veränderten Stoffwechsels werden zusätzlich zu der medikamentösen Behandlung Mikronährstoffe sowie bioaktive Substanzen eingesetzt. Damit sollen die Stoffwechselfunktionen, die in den Organen ablaufen, wieder normal ablaufen.

Equines Cushing – die Fütterung

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In vielen Fällen kommt es bei der Erkrankung PPID des Pferdes auch zu einer Insulinresistenz, wodurch insbesondere das Symptom Hufrehe des Pferdes gefördert wird. Liegt eine Insulinresistenz vor ist bei der Fütterung der Pferde auf leicht verdauliche Kohlenhydrate zu verzichten.

Auf stärke-und zuckerreiche Pferdefütterung verzichten

Bei der Fütterung von Kohlenhydraten handelt es sich vorwiegend um Stärke oder Zucker. Wird zu dieser Fütterung gegriffen, kommt es in der Folge zu einem rapiden Blutzuckeranstieg und zu einer hohen Insulinausschüttung. Bedingt dadurch wird das Symptom Hufrehe begünstigt.

Verzichten Sie aus diesem Grund auf Nahrungsmittel wie Getreide und andere stärkehaltige Nahrungsmittel und bevorzugen Sie stattdessen kohlenhydratarme und rohfaserreiche Produkte für die Pferdefütterung. Dadurch stellen Sie sicher, dass ein optimaler Ernährungszustand erreicht wird und das Pferd mit ausreichend Energie versorgt wird.

Protein- und fettreiche Verfütterung

Pferde, die unter PPID leiden, zeigen in den meisten Fällen bei Cushing einen Muskelschwund in Zusammenhang mit Abmagerung. Um die Muskulatur des Pferdes bei der Equines Cushing Erkrankung zu unterstützen, sollten Sie aus diesem Grund auf eiweiß- und fettreiche Nahrungsmittel bei der Pferdefütterung zurückgreifen.

Möglichkeiten bei Cushing sind in diesem Fall Luzerne, Leinsamen oder auch Öle. Weitere Infos zum Thema Pferdefütterung können Sie über diesen Artikel abrufen.

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Ergänzungsfuttermittel – Essenzielle Aminosäuren

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Neben der Ernährung des Pferdes bei Cushing sollten Sie als Pferdebesitzer auch auf Ergänzungsfuttermittel zurückgreifen, die eine hohe Menge an essenziellen Aminosäuren besitzen. Zu diesen essenziellen Aminosäuren zählen beispielsweise Threonin, Lysin oder Methionin.

Bei diesen Aminosäuren handelt es sich um Eiweißbausteine, die vor allem für die Muskulatur verantwortlich sind. Auch am Erhalt und Aufbau des Stoffwechsels sind die Aminosäuren maßgeblich beteiligt.

Mikronährstoffe

Neben diesen Ergänzungsmitteln sollten die Pferde auch mit Mikronährstoffen wie Zink, Selen, Vitamin E und Kupfer versorgt werden. Wie hoch der Anteil an Ergänzungsmittel des Pferdes bei Cushing sein sollte, muss individuell vom Tierarzt abgestimmt werden. Auch die Ernährung des Pferdes bei Cushing sollte individuell vom Tierarzt auf das entsprechende Pferd abgestimmt werden.

Equines Cushing im Endstadium

Besonders Cushing im Endstadium verursacht einen massiven Muskelabbau, hervorgerufen durch den katabolen Eiweißstoffwechsel. Greifen Sie vor allem beim Cushing im Endstadium auf eine Supplementierung von Eiweiß durch Ergänzungsmittel und geeignete Energiequellen zurück.

Damit können Sie die Muskelmasse der Pferde bei dieser Erkrankung aufbauen und aufrechterhalten. Der Tierarzt wird eine passende Therapiemöglichkeit entwickeln, wodurch sich die Lebensqualität der Pferde verbessern wird.

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Fazit zum Artikel: PPID (ECS) bei Pferden

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Ziel bei diesem Artikel war es sich näher mit der Krankheit Cushing (ECS) bei Pferden auseinanderzusetzen. Die Krankheit Cushing betrifft vor allem ältere Pferde und Ponys, die bereits das 15. Lebensjahr erreicht haben. Für die Diagnose von Cushing werden vom Tierarzt zahlreiche Anzeichen wie die Hufrehe und auch die Blutuntersuchung wird für die Diagnose herangezogen.

Wir haben in diesem Artikel zahlreiche Merkmale angeführt, die erste Anzeichen auf das Syndrom geben und Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich das Syndrom behandeln lässt. Liegt das Cushing im Endstadium vor ist eine spezielle Kombination von Medikamenten und Fütterung notwendig. Auch bei den anderen Varianten muss eine spezielle Versorgung mit Nährstoffen und Medikamenten gewählt werden.

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